Neuer Kiosk in den Seeanlagen

Kunde
Öffentlich
Jahr
2017
Leistung
Wettbewerb
Status
Projekt
Größe
125 m2 BGF

Projektfotos

Projektbeschreibung

Die Seeanlagen in Dießen am Ammersee sind eine der Hauptattraktionen des Marktes. Seit einigen Jahren befasst sich Dießen mit der Neugestaltung der Seeanlagen. In diesem Zug soll auch ein neuer Kiosk an der Stelle entstehen, an der im Jahr 2014 der ursprüngliche Kiosk aus dem Jahr 1978 abgebrannt ist. In ganz besonderem Maße soll bei der Planung der denkmalgeschützte Pavillon der Arbeitsgemeinschaft Dießener Kunst (ADK-Pavillon) berücksichtigt werden. Dieser wurde in den 1950er Jahren durch den renommierten Architekten Sep Ruf errichtet. Hierzu hat der Markt Dießen im Frühjahr 2017 einen Wettbewerb nach RPW 2013 ausgelobt, an dem wir als Büroteam teilgenommen haben.
Inspiriert von zahlreichen Fischerhütten der Umgebung, Dampferstegen, Fischerstegen, Bootsverleihen, den Grünflächen mit natürlichem Bewuchs, dem Bächlein in der Nähe und dem ausgeprägten Wegenetz erarbeiteten wir einen behutsamen Entwurf, der sich zeitgemäß in die Umgebung einfügen sollte. Wir freuen sehr darüber, mit unserem Entwurf die Runde der näheren Auswahl erreicht zu haben und gratulieren den Kollegen, die den Wettbewerb gewonnen haben.

Schnitt

Detaillierte Entwurfsbeschreibung

Funktion und Gestaltung:

Der einfache und funktionale Kiosk mit seinen Verkaufs- und Nebenräumen bildet die Rückseite eines überdachten Kolonnadengangs, der eigentlich kein Gebäude darstellt, das in Konkurrenz zum ADK-Pavillon treten könnte, sondern lediglich aus einer offenen Unterstellfläche besteht, mit Blick zum Ufer des Ammersees.
Dieser offene Kolonnadengang wird ganzjährlich von Besuchern genutzt und während der Öffnungszeiten des Kiosk zusätzlich belebt. In der warmen Sommerzeit ist er ein schattiges Plätzchen zum Einnehmen eines Imbiss, aber auch zum Warten auf das nächste Schiff. Ist der Kiosk über die Spätherbst- und Winterzeit geschlossen, erscheint er immer noch einladend und nicht abweisend. Wenn es regnet oder schneit, wird man sich gern am Kiosk unterstellen und den Seeblick genießen.
Die einzelnen Räume im Kiosk-Gebäude sind so angeordnet, dass zwei Personen mit kurzen Wegen den gesamten Betrieb bewältigen können.
Es wird besonderer Wert darauf gelegt, das natürliche Gelände zu belassen. So ist es möglich, den Fußboden im Kiosk 20-30 cm herauszuheben. Dies wirkt sich positiv auf die Höhenverhältnisse an den Ausgabefenstern aus.
Das barrierefreie WC mit Wickeltisch liegt seitlich, etwas abgeschirmt vom Kioskbetrieb und kann mit Euro-Schlüssel von jedem körperlich Eingeschränkten völlig selbsttätig genutzt werden.

Konstruktion und Wirtschaftlichkeit

Kiosk:
Einfacher Holzblockbau mit Brettstapeldecke aus heimischer Fichte, Innenverkleidung aus feuchtraumgeeigneten Gipsfaserplatten und Wandfliesen.
Bodenplatte aus Stahlbeton mit umlaufendem Frostriegel. Darauf Abdichtung und Fliesenbelag im Dünnbett, jeweils mit der nach ASR vorgeschriebenen Rutschhemmung.
Die drei Ausgabefenster sind als Vertikal-Schiebefenster ausgebildet. Die doppelten Fensterläden sind mit Schiefertafeln ausgestattet, um Imbiss- und Getränkepreise anzuschreiben oder auch Ansichtskarten, Zeitungen etc. anzubringen. Im Müllraum wird auf eine Bodenplatte verzichtet und der Mineralbeton vom Außenbereich einfach hineingezogen.
Die Dachfläche erhält auf einer zwei-lagigen Bitumenabdichtung eine extensive Begrünung, die ganz bewusst bis zur äußeren Dachkante reicht. Der einfache Kubus des Kiosk soll dadurch betont werden.

Kolonnadengang:
Kleine Einzelfundamente auf Frosttiefe, überkreuzte Rahmen aus Furnierschichtholz d = 75 mm, die zusammen mit der Dachscheibe die Aussteifung bilden. Die Dachdeckung besteht aus gesägten und gehobelten Langholzschindeln, ebenfalls aus heimischer Fichte. Einfache Pendelleuchten aus verglaster Stahlwinkel-Konstruktion und LED-Leuchtmitteln sorgen für das Licht am Abend.

Die einfachen Holzbauteile ermöglichen eine Vorfertigung in hohem Maße und lassen daher wirtschaftliche Baukosten erwarten.